Die Hoffnung nicht aufgeben

Landarzt-Suche

17.03.2019 | Thomas Klaus, freier Journalist | Hahn-Lehmden

„Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und müssen weiter an diesem Thema arbeiten!“ Dieser Appell von Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen prägte eine Veranstaltung des CDU-Gemeindeverbandes zur Landarzt-Problematik und der Suche in Hahn-Lehmden.

Besonders im Mittelpunkt standen die Bürgerinnen und Bürger, die sich kreativ und engagiert dafür stark machen, dass in Hahn-Lehmden ein neuer Landarzt ansässig wird. Ihnen wollten die Christdemokraten und ihr Bürgermeister-Kandidat Alexander von Essen ausdrücklich danken – kostenfreie Getränke und Bratwürste vom Grill eingeschlossen.

Bürgermeister Dieter von Essen zog vor rund 50 Gästen eine Zwischenbilanz der Aktionen für einen Landarzt in Hahn-Lehmden. Insbesondere der kreative Videoclip habe bundesweite Aufmerksamkeit erregt. Dieter von Essen zufolge wurde der Beitrag am 19. Dezember zum ersten Mal auf die Seite der Gemeinde gestellt und seitdem mehr als 617.000-mal aufgerufen. Regionale und überregionale Medien aus Presse, Funk und Fernsehen berichteten. Sogar bis in die ARD-“Tagesthemen“ schaffte es der Clip.

Am Ende waren die Aktionen allerdings (noch) nicht erfolgreich. Bürgermeister von Essen: „Wir sprachen mit fünf interessierten Medizinern. Einer von ihnen ist noch übrig.“ Die Gemeinde setze darüber hinaus einerseits auf den engen Kontakt zu der Kassenärztlichen Vereinigung und andererseits auf die Zusammenarbeit mit anderen vom Landarzt-Mangel betroffenen Kommunen. „Diese Kooperation soll im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft Nordwest weiter intensiviert werden“, kündigte der Bürgermeister an. Es seien bereits Gesprächstermine vereinbart worden.

Bürgermeister-Kandidat Alexander von Essen begrüßte diese „Strategie des Zusammenhalts über die kommunalen Grenzen hinweg“. In diesem Zusammenhang lobte er auch den Ausbau der Medizin-Studienplätze in Niedersachsen und die Stärkung der European Medical School in Oldenburg. Für beides ist Wissenschaftsminister Björn Thümler politisch verantwortlich – der CDU-Landtagsabgeordnete für Rastede.

Der konnte zwar aus persönlichen Gründen nicht an der CDU-Veranstaltung teilnehmen, überbrachte aber herzliche Grüße. Thümler betonte: „Wenn sich Bürgerinnen und Bürger so engagiert in die Landarzt-Debatte einschalten wie in Rastede, begrüße ich das ausdrücklich.“ Das Land wolle die Problematik durch ein Maßnahmen-Bündel entschärfen helfen, erläuterte er. Dazu zählen neben dem Ausbau der Studienkapazitäten unter anderem mobile Arztpraxen, der Ausbau medizinischer Versorgungszentren in Krankenhaus-Nähe und die Weiterqualifizierung medizinischer Fachangestellter. Diese könnten mit telemedizinischer Ausstattung bestimmte Routine-Hausbesuche von Ärzten übernehmen; bei Bedarf würde sich der Hausarzt über Videotelefonie dazu schalten.

„Wir müssen bei dem Thema unorthodox denken und handeln“, bekräftigte Alexander von Essen. Dafür seien der populäre Videoclip und der Einsatz der Bürgerinnen und Bürger in Hahn-Lehmden herausragende Beispiele.